“Die Waisenkinder Afghanistans” - Eine Audiovisuelle
Ausstellung von
Farzana Wahidy (Fotos) und Shikiba Babori (Konzept/Text/Ton)

Wer sind die Waisenkinder Afghanistans? Sie haben kein Geburtsdatum und besitzen keine Geburtsurkunde, sie haben jeglichen Rahmen und jegliche Struktur verloren, feiern keine Feste und leben außerhalb des Lebens. Manche Kinder mussten mit ansehen, wie man Eltern, Angehörige oder Freunde misshandelte, vergewaltigte oder tötete.
Diese Kinder sind schutzlos und werden für die Ziele diverser politischer und religiöser Gruppierungen instrumentalisiert – zunächst als Koranschüler und später als Kriegssoldaten.
Wir stellen diese Kinder vor, denn meine, deine, unsere Verantwortung ist es hin zu schauen, zu verstehen und darüber nachzudenken, denn diese Schicksale haben letztlich auch Konsequenzen für unser Leben.
Drei Jahrzehnte lang herrschte Krieg in Afghanistan, und wir erleben ihn vor allem im Zusammenhang mit weltmachtpolitischen Auseinandersetzungen und internationalem Terror. Doch vor Ort hinterlässt der Krieg neben Trümmern, Armut und Arbeitslosigkeit auch unzählige Waisenkinder.
UNICEF schätzt die Zahl der Waisen in Afghanistan auf 1,6 Millionen. Ihre Schicksale nehmen wir nur am Rande wahr.Deshalb gibt es diese Ausstellung.



Dadurch entsteht ein dichter, atmosphärischer Eindruck, der die Kinder so authentisch wie möglich wiedergibt. Anhand der Bilder und der persönlichen Geschichten der einzelnen Kinder wird es dem Besucher ermöglicht, in eine ihm bis dahin fremde Welt einzutauchen. Die Ausstellung hat den Anspruch, Diskussionen anzuregen, Impulse für eine eigene Auseinandersetzung zu liefern und nicht zuletzt Perspektiven zu eröffnen. Vor allem aber soll sie eine Art Sprachrohr für diejenigen sein, die sonst nie zu Wort kommen: die Waisenkinder.
Die Ausstellungsmacherinnen:
Farzana Wahidy, 1984 in Khandahar geboren, lebt und arbeitet als Fotojournalistin in Kabul. Sie hat während der Kriegsjahre Afghanistan nicht verlassen können. Da ihre Mutter sehr früh starb und der Vater in Kriegsgefangenschaft war und dort gefoltert wurde, war sie gezwungen, schon mit 13 Jahren ihre drei jüngeren Geschwister zu ernähren und zu erziehen. Als Journalistin zu arbeiten bedeutet für sie, frei und unabhängig zu sein. Wegen der hohen Analphabetenrate in Afghanistan versucht sie, in Bildern das Geschehen in ihrer Umgebung und somit ihren Alltag zu vermitteln. Eine Berufung in das Pressebüro des afghanischen Präsidenten in Kabul lehnte sie ab, um sich in ihrer Arbeit frei von Zensur oder politischen Vorgaben entfalten zu können.
Shikiba Babori, 1966 in Kabul geboren, lebt und arbeitet als Ethnologin und freie Journalistin in Köln. Auf ihren zahlreichen Reisen nach Afghanistan entstanden, neben diversen Reportagen, eine Kurz - Dokumentation zu einem Schulprojekt in der Nähe von Kabul sowie ein Hörspiel für den WDR. 2004 leitete sie einen Fortbildungskurs für afghanische Journalistinnen in Herat. Seit 2006 arbeitet sie an dem Aufbau des JournalistInnen Netzwerkes KALIMA in Afghanistan, das sich über Hintergrundinformationen zu soziokulturellen Themen um einen konstruktiven Dialog zwischen den Kulturen bemüht.
